Monument(e) für Beethoven

Das vom Dresdner Bildhauer Ernst Hähnel als Wettbewerbssieger geschaffene Beethoven-Denkmal auf dem Bonner Münsterplatz, mit Spendengeldern finanziert, zu denen Franz Liszt etwa ein Fünftel beitrug, und am 12. August 1845 im Rahmen des ersten Beethovenfestes feierlich enthüllt, ist bis heute nicht nur eine der bekanntesten Bonner Sehenswürdigkeiten, sondern das weltweit erste öffentlich aufgestellte Beethovendenkmal überhaupt. Ihm folgten Beethovendenkmäler auch in anderen Städten, von denen das von Caspar von Zumbusch (1830-1915) geschaffene Denkmal in Wien (1880) und das am 29. September 1929 in Karlsbad enthüllte monumentale Granitdenkmal mit Beethoven als überlebensgroßer Bronzestatue zu den größten und bekanntesten gehören dürften, abgesehen von dem den Künstler vergöttlichenden Beethoven-Denkmal Max Klingers (1857-1920), das im Frühjahr 1902 zum ersten Mal in der Beethoven gewidmeten Ausstellung der Wiener Secession öffentlich präsentiert wurde und Furore machte, aber wegen seiner kostbaren Materialien nie für eine öffentliche Aufstellung unter freiem Himmel gedacht war und seinen festen Platz im Leipziger Museum der Bildenden Künste gefunden hat.

In Bonn blieb das Beethoven-Denkmal von Ernst Hähnel (1811-1891) auf dem Münsterplatz bis zum 20. Jahrhundert ohne Konkurrenz, doch schon im Nachgang des 100. Todestages 1927 sollte Beethoven in der Stadt seiner Kindheit und Jugendzeit mit einem 12 Meter hohen Ewigkeitsdenkmal auf dem Venusberg geehrt werden, wovon letztlich nur die heute in der Rheinaue stehende, und auf einen Entwurf vor 1914 zurückgehende monumentale Sitzskulptur Beethovens aus Granit von Peter Breuer (1856-1930) realisiert wurde. Im heutigen Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg kam in den 1960er-Jahren ein öffentlich im Bereich der Redoute aufgestellter Beethovenkopf von der Hand des Bildhauers Franz Rotter (1910-1989) hinzu, der seit 2010 zentral im Redoutenpark aufgestellt ist. Seit 1990 zieht in der öffentlichen Grünanlage vor der Beethovenhalle der aus Beton von Klaus Kammerichs (geb. 1933) geschaffene Beethovenkopf Beethon viele Blicke auf sich. 2014 gesellte sich zu den öffentlich unter freiem Himmel aufgestellten Bonner Beethovendenkmälern die zum Teil farbig gefasste Beethovenfigur von Markus Lüpertz (geb. 1941) im Stadtgarten hinzu.

Öffentlich zugänglich, aber mit Eintritt ins Beethoven-Haus verbunden und dort nur während der Öffnungszeiten zu sehen, sind weitere im Gartendes Hausesaufgestellte Beethovenbüsten, darunter die bekannte schon 1905 dort aufgestellte Beethovenskulptur von Naum Aronson (1873-1942). In der Bonner Beethovenhalle flanierten bis zur sanierungsbedingten Schließung 2016 alle Konzertbesucher an einer Ausfertigung einer der berühmten Beethoven-Büsten des französischen Bildhauers und Beethoven-Enthusiasten Émile-Antoine Bourdelle (1861-1929) vorbei, von der 1978 in Paris ein Exemplar in Bronze auf hohem Standsockel im Jardin du Luxembourg als öffentliches Denkmal eingeweiht wurde.

Wie alle Beethovenliebhaber haben sich die Bonnerinnen und Bonner ihren Beethoven aber auch ins Haus geholt, ob als Gemälde, als Stich, als Büste oder Skulptur – das Angebot an Kunst und Kitsch war bis weit ins 20. Jahrhundert überwältigend und unterschied sich kaum von heutiger Verehrungskultur für Künstler aus der Rock- und Popszene.

(Ingrid Bodsch)

 

Eine ausführliche Darstellung der Bonner Beethoven-Monumente hat die Stadt Bonn hierzusammengestellt.